CHALLENGE | Fazit: 40 Tage zuckerfrei

Hi ihr Lieben,

einige Zeit ist vergangen und der Countdown ist auch schon längst abgelaufen – aber es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Unser zweites Kind ist vor wenigen Wochen zur Welt gekommen und nach dem damit einhergehenden anfänglichen Trubel und der dringend nötigen Ruhe in der Kennenlernzeit kehrt nun so langsam wieder Alltag in unser Leben ein. Das Häschen liegt hier und schläft, die Sonne scheint und ich habe mal wieder ein bisschen Zeit, um Euch endlich von meinen Erfahrungen während der Challenge “40-Tage-zuckerfrei” zu berichten. Denn tatsächlich hat sich für mich dadurch einiges verändert. Ihr seid gespannt? Dann lest weiter und lasst Euch vielleicht inspirieren, es auch einmal auszuprobieren…

In meinem Zwischenfazit hatte ich erwähnt, dass meine Ansprüche offensichtlich viel zu hoch gewesen waren, bzw. einfach unrealistisch waren: Wie sollte man in den letzten Tagen einer Schwangerschaft – also einer hormonellen Ausnahmesituation – ordentliche Schlüsse ziehen, ob sich

  • das Hautbild verbessert
  • die Schlafstörungen etwas reduzieren
  • die Konzentrationsfähigkeit erhöht
  • oder der Darm besser arbeitet

auf Grund von Zuckerverzicht. Aber ich glaube doch, relevante Schlüsse ziehen zu können. Zumal eine Freundin (und Gynäkologin) erwähnte, dass vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft ein Zuckerverzicht sehr hilfreich für eine etwas entspanntere Geburt sein könne… das werde ich aber noch genauer recherchieren.

Nun zu meinen Erfahrungen. Tatsächlich hatte ich während der ersten Woche sehr mit mir zu kämpfen, nicht zu Süßem zu greifen, in der zweiten Woche viel es mir deutlich leichter – auch weil ich eine Strategie entwickelt hatte, mit der die Ernährungsumstellung besser in den Alltag zu integrieren war. Hier daher meine ersten Tipps:

Vor dem Start:

  1. Leckere zuckerfreie Rezepte raussuchen (ich werde hier auf dem Blog peu à peu meine erprobten zuckerfreien Rezepte hochladen)
  2. Einkaufsliste schreiben
  3. Alternativen zu Heißgeliebtem suchen, das Zucker enthält
  4. Zuckerfreie Snacks für Heißhungerattacken überlegen und zulegen

In der dritten Woche begann dann leider das “Drama” – unsere Tochter wurde krank und ich fühlte mich auch nicht besonders (es war, wie sich kurz vor der Geburt herausstellte,  eine Lungenentzündung…), der Termin der Geburt rückte näher und mir viel die Decke auf den Kopf. Immer unbeweglicher werdend, musste ich mich, selbst angeschlagen, um eine (trotz Krankheit) sehr quirlige Zweijährige kümmern, Essen einkaufen und in den dritten Stock (Altbau… *Yes*…) schleppen (alles, was ich dann nämlich wirklich brauchte, hatte ich vergessen, meinem Mann auf die Einkaufsliste zu schreiben). Also ließ ich es bleiben, brauchte Vorräte aus dem Schrank auf und rief letztendlich meine Mutter um Hilfe, die dann für 10 Tage bei uns einziehen musste. Und meine Mutter war eine grandiose Hilfe! Nur, dass das mit dem Zuckerfrei damit nicht mehr funktionierte. Hier mal ein Berliner, da Quarkballen, ein Päckchen Raffaello – ich wurde schwach. Es war mir einfach zu viel hier auch noch standhaft zu bleiben.

Und siehe da! Ich konnte damit DOCH noch in den letzten Zügen der Schwangerschaft feststellen, dass die zuckerfreie Ernährung aus den ersten zwei Wochen mein Hautbild gravierend verbessert hatte, vor allem an den Armen, denn nach den Zuckerrückfällen kehrte altbekanntes Rotfleckiges auf meine Arme zurück.

Hier meine nächsten Tipps: 

Während der Ernährungsumstellung:

5.  40 Tage durchzuhalten ist beeindruckend, setzt Euch aber bitte nicht unter Druck. Ich finde, es gibt Tage, da darf man schwach werden und es fällt einem danach umso leichter, wieder ohne Zucker zu essen, denn es schmeckt einem teilweise schon gar nicht mehr, wenn es so süß ist!

6.  Man sagt, 100 Tage braucht das Gehirn, um eine Änderung wirklich zu akzeptieren und umzusetzen. Nutzt diese 40 Tage, um neue Leibspeisen für Euch zu finden. Probiert Rezepte aus, nehmt Euch die Zeit. Es gibt fantastische zuckerfreie Alternativen.

7.  Notiert Euch, was Euch gut schmeckt, führt am besten ein kleines Tagebuch, in dem ihr Rezeptideen und ähnliches rund um das Thema zuckerfrei notieren könnt.

Diese beiden Punkte waren für mich sehr wichtig, denn es ging ja nicht darum, auf Teufel komm raus diese Challenge durchzuhalten sondern darum, bewusster zu essen, Alternativen zu finden und den Geschmacksnerven mal eine Pause von all dem völlig übersüßten Zeug zu geben. Und das ganze sollte auch nach den 40 Tagen noch weiter umsetzbar sein und kein Ausnahmezustand sein.

Mein absolutes Highlight, so blöd es klingt, ist mittlerweile mein Soja-Cappuccino, den ich mir fast jeden Tag mache. Es ist so viel bekömmlicher, schmeckt leicht nussig und die Milch macht eine schöne Crema…

Kleiner Exkurs: Ist Soja als Alternative zu Milch ok?

In meinem Startbericht hatte ich gesagt, dass ich auf Milchprodukte eigentlich nicht verzichten möchte, dafür liebe ich Milch, Käse und Joghurt einfach viel zu sehr. Käse ist tatsächlich immer noch täglich auf meinem Speiseplan, aber von Kuhmilch und -Joghurt bin ich so gut wie vollständig weg im privaten Bereich. Früher habe ich oft gedacht, dass die Alternativen nicht viel besser sind, dass für Soja der Regenwald abgeholzt wird (siehe zum Beispiel diesen Beitrag vom Spiegel aus dem Jahr 2015). Aber ein bisschen weiter gedacht: Soja wird noch immer zum allergrößten Anteil als Tierfutter angebaut und nicht für Veganer. Damit all die Kühe und Schweine, deren Milch wir trinken und deren Fleisch wir essen, auch etwas zu essen haben. Nach dieser Erkenntnis war Soja für mich quasi wieder resozialisiert.

Auch geschmacklich ist Soja natürlich nicht mit Milch vergleichbar, aber man gewöhnt sich sehr schnell an den vollen, nussigen, leicht sahnigen Geschmack – ich möchte es nicht mehr missen.

Nach Ablauf der 40 Tage – meine Tipps

8.  Bleibt dran und versucht, ein paar der neuen Verhaltensmuster mit in euren Alltag zu übernehmen, so dass ihr auch nach den 40 Tagen die Ernährungsumstellung weiter lebt

9.  Gönnt Euch jetzt nicht übermäßig viel Zucker, nur weil ihr durchgehalten habt.

10.  Verfallt ihr aber und stopft Süßes in Euch rein, um alles aufzuholen, auf was ihr in den letzten 40 Tagen verzichtet habt, zeigt es, dass ihr euch quälen musstet, um durchzuhalten. Versucht euch dann bewusst zu machen, warum es Euch so schwer gefallen ist, zu verzichten. Hattet ihr nicht die passenden Rezepte? Seid ihr emotional in einer schwierigen Situation und habt Euch durch die Ernährungsumstellung nur noch mehr Druck gemacht? Einen falschen Zeitpunkt gibt es meines Erachtens nicht, um damit zu beginnen, auf Zucker zu verzichten, aber die Einstellung muss stimmen. Man muss die Veränderung wollen…

Alles Liebe

Eure Svenni

 

→ Übrigens – auf dem Beitragsbild seht ihr, dass ich das REWE-Magazin “Frisch & Gut” mit fotografiert habe. Warum? Weil Zuckerfrei zum absoluten Trend geworden ist und zum Beispiel REWE nun sukzessive den Zucker bei den Eigenmarken reduzieren möchte. In der Ausgabe 1/2018 drehte sich alles um zuckerfreie Ernährung, “Clean Eating” und schöne Rezepte. Ich finde das super und auch wenn wir REWE als sehr teuer empfinden und unser City-Rewe vor der Haustür nicht gerade vor Auswahl strotzt, möchte ich diese Maßnahme unterstützen, indem ich Euch davon berichte.